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11.12.2008

Bücherei – Wahrheit oder Fiktion


Warum werden die wahren Beweggründe nicht genannt? Sind sie unanständig, passen nicht ins Bild oder widersprechen sie allen anderen politischen Ankündigungen? Was sind die wirklichen Ziele?


Bürstadt, den 11.12.2008


Zur Beurteilung der Unterstützung einer Bücherei in Bürstadt sind alle Fakten auf den Tisch zu legen. Erst dann kann vermutlich ein objektives Urteil abgegeben bzw. gefällt werden. Kein leichtes Unterfangen!

Grundsätzlich sollte begrüßt werden, dass eine Stadt wie Bürstadt für die eigenen Bewohner ein solches bildungspolitisches Engagement anstrebt. Aber gerade hier ist auch zu akzeptieren, dass dies nicht unerhebliche Mittel verbraucht. Diese Leistungen sind freiwillig und immer auf dem Prüfstand, insbesondere wenn finanziell angespannte Situationen eintreten.
Seit vielen Jahren ist eine solche Forderung nach einem städtischen Angebot immer wieder aufgekommen. Doch die Mehrheiten (CDU) haben bisher immer eine negierende Position hierzu eingenommen. Es muss also etwas passiert sein, was diese Einstellung veränderte. War es die Leseschwäche Vieler, oder die PISA-Studie und Einstufung für Hessen oder schlicht und einfach nur die Angebotserweitungsideen der Borromäus-Bücherei in St. Michael. Also Aufklärung tut Not, unter dem Motto „Wer lesen kann ist klar im Vorteil“

Die Ausgangslage beginnt mit der Tatsache, dass der Kirchengemeinde St. Michael ein potenter und verlässlicher Mieter, die Sozialstation, in den eigenen Räumlichleiten abhanden gekommen war. Somit war Platz und man konnte darüber nachdenken, wie dieser Leerstand, durch das Engagement einer Erweiterung und eines Ausbaues zu einer Mediothek im Rahmen der bestehenden Bücherei, beendet werden könnte. Erste Planungen gingen von 140.000 € Investitionen aus, bei einer Drittelung der Kosten fürs bischöfliche Ordinariat, der Stadt und der Kirchengemeinde. Aus Mainz wurde abgewunken und die Planungen wurden mit einem Federstrich auf die Hälfte abgespeckt. Genau dies war der Zeitpunkt für die CDU das Herz für den Bildungsnotstand zu entdecken und auf Abhilfe zu pochen. In einem Arbeitskreis sollte geklärt werden, unter welchen Rahmenbedingungen die Kirchengemeinde bereit wäre dieses zu schultern und was letztendlich die Stadt, für diesen Paradigmenwechsel bereit ist, zu zahlen. Die jetzt angepeilten Investitionen in Höhe von 70.000 € sollten geteilt werden. Gerade weil vermutet wurde, dass diese Mittel evtl. nicht ausreichen, wurde dann CDU-seitig eine maximale Summe von 50.000 € ausgelobt. Nun aber waren die laufenden Kosten und Unterstützungsdaten zu ermitteln und auszuhandeln. Die Kirchengemeinde ermittelte bei einer zeitlichen Ausweitung der Bücherei fiktive Beträge für ehrenamtliche Helfer in Höhe von ca. 15.000 € plus Kosten für Energie und Reinigung von 5.000 € und einer entgangenen Miete von 10.000 €. Außerdem wurde eine Ausleihgebühr aufgeführt, die den finanziellen Gesamtbedarf abrundete und auf mehr als insgesamt 30.000 € jährlich anhob. Eine 50%-tige Übernahme dieser hypothetischen Kosten wurde nicht in Aussicht gestellt, sondern bestenfalls eine 60/40 Teilung als politisch umsetzbar angezeigt. Allerdings wurde für die noch fehlenden Mittel die noch anzupassende Ausleihgebühr diskutiert und als Leseanreiz-Argument in die Außendarstellung aufgenommen. Die Abrundung dieser Absprache war somit fast gelungen und eine Kostenhalbierung erreicht.
Zu einer sogenannten Unzeit kam nun die EKS mit einer Forderung auf Unterstützung für den Ausbau der dortigen Mediothek. Hierfür werden vom Schulträger pro Schüler 10 € als Mittel bereitgestellt, was einer Unterstützung bei 1.300 Schülern von 13.000 € entspricht. Die EKS erklärte, dass für diesen Ausbau und einer adäquaten personellen Besetzung die Mittel nicht ausreichen. Um dieses Defizit ausgleichen zu können, erklärte man sich deshalb bereit, die Mediothek auch für EKS-fremde Bürstädter Schülerinnen und Schüler zu öffnen und erwartete dafür eine finanzielle Unterstützung von ca. 9.000 € jährlich. Zwischenzeitlich wurde diese Forderung jedoch auf einen einmaligen Investitions-Zuschuss reduziert. Als Automatismus oder generelles Hilfsargument wird immer die Attraktivitätssteigerung der EKS und eine weitere Sicherung des Schulstandortes aufgeführt. Dennoch gilt für jeden Schüler die Nutzung der an seiner Schule angesiedelten Bücherei oder Mediothek als gesichert und meist eingefügt in ein entsprechend angepasstes Zeitfenster.
Nun scheint es, will man alle Ansprüche befriedigen nur eine Lösung der Probleme zu geben. Jeder bekommt etwas als Angebot und muss sich nun erklären, ob er damit im Sinne des städtischen Engagements eine Umsetzung seiner Ideale noch ausführen kann. Vermutlich kann es dann keiner und das Ziel einer bildungspolitischen Unterstützung ist wo sie schon immer war, im Eimer.

Aus unserer Sicht bleibt dennoch die Entscheidung, wie die Stadt ihre finanziellen Mittel einsetzt, um den hehren Zielen und wohlklingenden Bekundungen eines größeren Bildungsangebotes im Rahmen einer öffentlichen Bücherei gerecht zu werden.

Unter diesen Voraussetzungen fällt wohl das Angebot der EKS aus, denn die notwendigen Mittel für das Angebot einer erweiterten Mediothek gibt es generell über den Schulträger aus Land und Kreis und ist außerdem über die Schulumlage insgesamt kommunal finanziert. Bleibt die Betrachtung des Ausbaues zu einer Mediothek für die Borromäus-Bücherei in den Räumen des Gemeindehauses St. Michael und dem aktuell vorgelegten Antrag der SPD-Fraktion einer zu prüfenden interkommunalen Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Lampertheim.

Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Eine unabhängige Bücherei bzw. Mediothek führt eine Vielfalt von Medienangeboten ohne Zensierung und Einflussnahme aus weltlicher, kirchlicher oder anderer kultureller Sicht. Gerade hier ist darauf zu achten, dass fachkundiges und geschultes Personal den Kunden in der Medienauswahl beraten kann. Wir sollten darauf achten, dass diese Voraussetzungen immer und überall gegeben sind. Wir haben festzulegen, wie viel Mittel jährlich für diese Aufgabe im Haushalt zur Verfügung zu stehen haben und sollten dann darauf achten, mit welchem Angebot der Einwohner Bürstadts den größtmöglichen Nutzen erzielen kann.

So verstehen wir Politik, am Menschen orientiert.

 

 
   

 

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